Lebendiger Adventskalender und Kinderkirche

Rückblick - Aktionstag Biodiversität auf dem Friedhof

Mit der Hilfe von 18 fleißigen Helferinnen und Helfern wurden zum Aktionstag auf dem Friedhof drei große Bäume und eine mehrstämmige Eberesche gepflanzt. Dazu kamen dann noch 60 einheimische Wildsträucher wie Heckenkirsche, Pfaffenhütchen, schwarzer Holunder, immergrüne Sträucher und verschiedene Rankpflanzen. 

In das Staudenbeet im Eingangsbereich wurden 111 Stauden gepflanzt sowie Dichter-Narzissen und Kugellauchzwiebeln gesteckt.

Weitere 5000 Blumenzwiebeln warten darauf, gepflanzt zu werden, damit von Februar bis Mai Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen, Perlzwiebeln und Hasenglöckchen alle Besucher auf dem Friedhof erfreuen. 

Sobald weitere Termine feststehen, werden diese bekannt gegeben.
Jeder, der Lust hat, sich in dieser Gruppe zu engagieren, ist herzlich willkommen - und kann sich gern bei Beatrix Thunich melden.

Rückblick - Konzert "Frau - Leben - Freiheit"

Unter diesem Thema stand das Konzert von Asal Karimi, Mehdi Jalali und ihrer Begleiterin Paisa. Viele Gäste hatten keine genaue Vorstellung, in welche musikalische und inhaltliche Richtung das Konzert gehen würde. Ein ungewöhnliches aber in höchstem Maße ausdruckstarkes Konzert! Die Langhalslaute wurde gespielt von Mehdi Jalali – International aktiver Leiter einer der ganz wenigen erlaubten Musikschulen im Iran, ein beständiger Kritiker der Regierung. Die Klänge waren vom Rhythmus und Tempo her ungewohnt für uns. Mehdi Jalali entlockte seinem Instrument virtuos und mit unglaublicher Fingergeschwindigkeit eine Vielfalt an hohen und tiefen Tönen, die man von einem solchen Instrument nicht erwarten würde. Das Gefühl, welches er in sein Spielen legte, nahm die Gäste des Konzerts innerlich mit. „Wie kommt es, dass ein Künstler seines Ranges und seiner Klasse hier in Wathlingen spielt?“ war die spontane Reaktion einer Besucherin.

Die zweite Instrumentalistin an dem Abend, Asal Karimi, im Iran geboren und groß geworden, wohnt heute in Hamburg. Sie ließ die Zuhörenden an aktuellen und z.T. auch sehr persönlichen Eindrücken teilhaben. Das für uns so unglaubliche Geschehen im Iran wurde aufgegriffen von einem Lied, das einem getöteten 8jährigen Jungen gewidmet war. Es nahm die Situation auf und malte sie klangbildlich in den Kirchraum, dass sie fast zu greifen schien. Das Zusammenspiel der Künstler und das Ineinandergreifen der Instrumente mit ihren sich verwebenden Tönen zogen die Konzertgäste in ihren Bann und ließ alle staunen.
Abgeschlossen wurde das Konzert mit einem Stück, das die „Frau-Leben-Freiheit“-Proteste im Iran aufnahm und in einen elektronisch-musikalischen Teil überführte, der sich erst verhalten ankündigte. Schließlich gewann er die Übermacht. Das Licht in der Kirche wurde gelöscht. Macht und Ohnmacht der Proteste, klare Worte und zerrissene Laute, Ängste und Hoffnungen der nach Freiheit dürstenden Protestierenden. Sie zogen die Konzertbesucher in eine unerwartete iranische Realität, aus der sie mit dem wieder erleuchtenden Licht im Altarraum in unsere deutsche Gegenwart zurückkehrten. „Als die Kirche während dieses Teils verdunkelt wurde, war ich froh, dass mir das bunte Fenster „Auferstehung Jesu“ im Chorraum Trost gab. Es war seltsamerweise das einzige Fenster, das schwach zu leuchten schien.“ so eine andere Konzertteilnehmerin.

Wir erlebten ein Konzert, in dem traditionelle Klänge und gesellschaftliche Gegenwart im Iran auf sehr eindrückliche Weise verbunden wurden. Die z.T. auch emotionalen Gedanken und Worte über die Geschehnisse im Iran Spuren und wirken nach. Wir freuen uns, auch zukünftig mehr von diesen außergewöhnlichen Künstlern zu hören!